Beauty Guide: Silikone in der Kosmetik

31. Januar 2020

Silikon ist besonders durch seine vielseitigen Einsatzmöglichkeiten in der Medizin, Kosmetik und anderen Bereichen unseres Alltags bekannt. Doch sind Silikone nun ein Vorteil oder ein Nachteil in der Hautpflege und im Make-up? Welche Auswirkungen hat die Verwendung wirklich für unsere Haut oder unser Haar? Wir möchten hier im Beauty Guide künftig über verschiedene Inhaltsstoffe aufklären und dir helfen, die beste Entscheidung für dich und deine Haut zu treffen.

Silikone in Kosmetik
Wir erklären den Einsatz oder das Weglassen von Silikonen in der Kosmetik anhand dieser drei Produktbeispiele.

Was ist Silikon?

Dimethicone, Cyclomethicone, Phenyl Methicone, Polydimethylsiloxan … – Silikon kommt unter einer Vielzahl an Bezeichnungen daher. Die Rückseite der Verpackungen deiner Kosmetikprodukte gibt Aufschluss darüber, ob und wie viel Silikon enthalten ist. Achte auf Substanzen, die auf „-icone“ oder „-iloxane“ enden. Je weiter oben sie in der Liste der Inhaltsstoffe (INCIs) rangieren, desto mehr davon ist enthalten.

„Silikon“ – das ist im allgemeinen Sprachgebrauch zunächst erst einmal nichts anderes als ein Sammelbegriff für eine große Gruppe von synthetisch hergestellten Stoffen. Ihr Hauptmerkmal ist die Verbindung aus Silizium und Sauerstoff. Silizium ist nach Sauerstoff das zweithäufigste Element auf unserem Planeten. Allerdings kommt Silizium überwiegend gebunden vor. Als Siliziumdioxid findet man es vor allem in Sand, Gesteinen und Quarz.

Abhängig davon, welches chemische Element sich zu der Verbindung aus Silizium und Sauerstoff dazugesellt, entstehen Silikone mit unterschiedlichen Eigenschaften. Das macht Silikon so wandelbar. Es gibt kaum etwas, was es nicht kann: Der Stoff funktioniert im Labor quasi wie Lego. Man kann kurzkettige, langkettige oder ringförmige Silikone „bauen“ und beliebig miteinander verzweigen. So bildet sich ein wasserabweisender Mantel, der vor Feuchtigkeitsverlust schützt. Auch die Konsistenz eines Produkts kann durch die Zugabe von Silikon sehr geschmeidig und anwenderfreundlich werden. Zudem sind Allergien gegen Silikone unbekannt. Das macht Silikon zu einer beliebten Zutat in hypoallergenen Hautcremes oder auch in medizinischen Salben zur Behandlung von Wunden, die wie ein Sprühpflaster verschlossen werden.

Welchen Effekt haben kosmetische Silikone?

Silikone schaffen es, ein angenehmes Hautgefühl zu spenden. Trockene, schuppige Hautoberflächen fühlen sich meist bereits beim Eincremen zarter an, was unser Gemüt beruhigt. Der tatsächliche Zustand der Haut bessert sich allerdings durch Silikone nicht, denn sie haben anders als beispielsweise Naturöle keinen regenerativen Effekt. Deshalb müssen wirkungsvolle Hautpflegecremes auch mit tatsächlichen Wirkstoffen angereichert sein, die die Regeneration anregen, während Silikone nur „das weiche Polster“ für einen Sofort-Wohlfühleffekt und die Feuchtigkeitsbindung auf der Haut bilden.

Wie werden Silikone eingesetzt?

Kinderleicht ist der Einsatz von Silikon in der Kosmetik keineswegs, denn es kommt stets auf die richtige Rezeptur an. Verwendet man beispielsweise eine falsche Silikonverbindung oder zu viel des Stoffes, kann sich der Hautschweiß stauen. Das Ergebnis: Die Haut quillt auf oder kann spröde werden.

Kosmetikhersteller, insbesondere wissenschaftlich aufgebaute Marke wie DR. PERRICONE, tüffteln immer wieder an verschiedenen „Bauweisen“ ihrer Produkte und entscheiden sich für die modernen Komponenten, die am besten und verträglichsten für die beabsichtigte Wirksamkeit und den jeweiligen Pflegeeffekt geeignet sind.

Kerstins Tipp:

Kerstin Braukmann

„Ich selbst verwende meistens Hautpflegeprodukte ohne Silikone. Doch wer zu einer sehr empfindlichen Haut neigt, kann oft bei vielen naturnahen Formulierungen nicht mitspielen – natürliche Kosmetik, die die Hautbarriere stärkt oder darauf abzielt, der vorzeitigen Hautalterung vorzubeugen, ist dann tabu. Inhaltsstoffe, die komplett natürlich sind, können nämlich sensitive Haut trotzdem irritieren und eine Reaktion auslösen. Daher schätze ich sinnvolle Alternativen und Problemlöser auf dem Kosmetikmarkt, wie die HYPOALLERGENIC-Linie von DR. PERRICONE. Der Nourishing Moisturizer ist eine beruhigende, hypoallergene und parfümfreie Gesichtspflege. Zusätzlich kann das Erscheinungsbild feiner Linien und Verfärbungen reduziert werden. Die Formulierung hilft dem überdurchschnittlichen Feuchtigkeitsverlust entgegenzuwirken und auch sehr raue Haut fühlt sich angenehm weich an.“

DR. PERRICONE HYPOALLERGENIC Nourishing Moisturizer
Der Nourishing Moisturizer von DR. PERRICONE für empfindliche Haut hat neben modernen Wirkstoffen eine spezielle Silikonverbindung eingebettet, denn es sind keine Allergien gegen Silikone bekannt. Die Rezeptur zielt darauf ab, dem überdurchschnittlichen Feuchtigkeitsverlust von sehr trockener Haut entgegenzuwirken.

Es gibt auch verblüffende Effektprodukte: Der Faltenfüller Perfect Teint von M. ASAM® (Zum Artikel) macht sich die Eigenschaften von Silikonverbindungen zu Nutze, um Fältchen sofort oberflächlich aufzupolstern und optisch verschwinden zu lassen. Das Ergebnis ist bemerkenswert und wäre ohne Silikonverbindungen in dieser Form nicht zu erzielen.

Welchen Effekt erzielen Silikone in Make-up?

Make-up Foundations oder Primer, die auf eine besonders lange Haltbarkeit abzielen und sogar professionellen Ansprüchen genügen sollen, verwenden spezielle Silikonverbindungen mit wasserabweisenden Eigenschaften, die kein Aufstauen der Schweißsekretion verursachen. bareMinerals® hat sich mit ihrer BAREPRO-Linie bei der flüssigen Performance Wear Liquid Foundation (Zum Artikel) für einen sorgfältig ausgewählten Einsatz von Silikon entschieden. Die Kunden haben sich ein Produkt auf professionellem Niveau mit extralanger Haltbarkeit gewünscht. Haut, auf der Make-up zum Verrutschen, Verflüchtigen oder Nachdunkeln neigt, kann von solchen leistungsstarken Formulierungen profitieren.

bareMinerals BAREPRO Performance Wear Liquid Foundation
Die bareMinerals® BAREPRO Performance Wear Liquid Foundation ist eine langanhaltende Foundation auf professionellem Niveau mit hoher Farbechtheit und Deckkraft.

Schaden Silikone den Haaren?

Nein – zumindest nicht in direkter Wirkungsweise. Silikone können nicht in die Haarfaser eindringen, sondern legen sich um sie. Das heißt: Sie beschädigen das Haar nicht, doch der entstehende Film von falschen Silikonverbindungen lässt auch keinerlei Pflege in das Haar eindringen. Zwar fühlt sich Haar, das mit silikonhaltigen Shampoos gewaschen wurde, häufig sehr geschmeidig an, doch die Haare kommen nicht in den Genuss einer nachhaltigen Pflege und die Haarstruktur kann langfristig spröde werden.

Kerstins Tipp:

Kerstin Braukmann

„Bei Make-up verwende ich immer mal wieder auch Produkte mit Silikonen, wenn sie sinnvoll für den jeweiligen Einsatz sind. Bei der Haarpflege hingegen achte ich persönlich auf silikonfreie Pflege. So verwende ich zum Beispiel die Shampoos und Conditioner von ahuhu organic hair care sehr, sehr gerne! Meine Haare lieben die pflegenden Rezepturen.“

ahuhu organic hair care COFFEIN Thickening Shampoo
ahuhu organic hair care ist eine naturbewusste Marke, die bewusst auf Silikone in ihren für die tägliche Haarpflege geeigneten Produkte verzichtet.

Warum verzichtet Naturkosmetik auf Silikone?

Da Silikone nur synthetisch im Labor entstehen können, verzichtet die Naturkosmetik auf sie. Auch spielt der Umweltaspekt für viele naturbewusste Marken und Anwender eine Rolle: Silikone in der Haarpflege werden ausgewaschen und landen so im Wasser.

Durch den Verzicht von Silikonen unterscheiden sich bei 100 % natürlichen Produkten nicht selten Konsistenz, Handhabe und Hautgefühl. Silikonfreie Cremes lassen sich beispielsweise häufig nicht so einfach verteilen wie silikonhaltige Produkte. Bei Make-up erfordert es ein wenig mehr „Arbeit“, um eine silikonfreie Foundation auf der Haut zu verblenden, und die Deckkraft ist oft eher niedrig bis mittel. Dies ist weder besser noch schlechter – es ist einfach anders.

Unser Fazit

Am Ende entscheidest immer du, was du anwenden möchtest. Das A und O ist, finden Kerstin und ich, dass die Inhaltsstoffe transparent ausgewiesen werden – darauf legt QVC großen Wert. Auf QVC.de werden bei Kosmetik die entsprechenden Inhaltsangaben hinterlegt oder abfotografiert. Außerdem kannst du immer hier auf dem Blog oder beim Kundenservice nachfragen, wenn du unsicher sein solltest. Wir helfen dir weiter!

Kerstin & Lynne

6
Hinterlasse einen Kommentar

  Abonnieren  
neueste älteste
Benachrichtige mich bei
Ruth

Danke für die Information, das war sehr aufschlußreich, da ich ein Gegner von Silikon bin auch im Haushalt. Jetzt weiß ich mehr.

Monika Zander

Danke für die Info.

Daniela

Super Service, danke dafür

Sanna

Richtig klasse erklärt! Danke, Kerstin & Lynne! Ihr wisst so viel. Ihr seid ein wandelndes Kosmetiklexikon, finde ich.

Susanne Srour

Ihr schreibt das Bare Minerals Make up gut ist. Aber da steht an zweiter Stelle Cyclopentisyloxane, oder wie das heißt.Das ist für die Haut sehr schädlich. Genau wie Glyxerin. Über 30 % sind Hautaustrocknend.Oft stehrt es bei Cremes an 2 , 3 oder 4 Stelle. Wieviel gr ist denn in einer Creme drin, wenn es an oberster Stelle steht?

Elke Deiss

Huhuu Lynn und Kerstin
Vielen Dank für diese hilfreiche Info über Silikone…

Ja, bin der selben Meinung, das jeder für sich selber entscheiden kann…

Gruss Elke 1